Am Freitag, den 4.4.25 fand in Großdrebnitz ein gut besuchter Vortrag zur Windkraft, bzw. dem Bau von einem Windpark im Großdrebnitz statt.
Als Einwohner dieses Dorfes war natürlich das Interesse geweckt – was soll denn da gebaut werden?
Eine private Initiative hatte geladen und nach den Begrüßungsworten ergriff ein Herr das Mikrofon und hielt einen Vortrag mit Schaubildern und Beamer. Aus Datenschutzgründen verzichten wir hier auf die Nennung von Namen.
Doch zur Überraschung ging es 3/4 des Vortrages über die Windkraft allgemein. Es wurden so viele Schaubilder gezeigt, dass hier gar nicht auf alle eingegangen werden kann. Zumal teilweise bis zu 6 Tabellen auf einer Folie gezeigt wurden, was man nicht lesen konnte. Leider wurden nur selten die Quellen der Informationen genannt.
Allerdings wurde die Windkraft in ihren schwärzesten Farben geschildert. Da vieles davon einfach falsch war, soll hier eine Richtigstellung erfolgen.
Es wurde erklärt, dass Windräder immer größer werden (bis ca. 250 m) und mit den heutigen nur wenig zu tun hätten. Es wurden Bilder von gewaltigen Fundamenten gezeigt und erklärt, dass eben solche Zufahrtswege auch betoniert werden müssen. Ein möglicher Rückbau am Nutzungsende wurde bezweifelt.

Ein Video der Firma www.reisch-sprengtechnik.de zeigt jedoch wie dies heute problemlos möglich ist und auch durchgeführt wird. Der Rückbau inkl. Rückbauversicherung ist außerdem gesetzlich vorgeschrieben. Diese Einhaltung zu bezweifeln ist sehr hypothetisch.
Spanend wurde es alls die Windkraft als Giftschleuder beschrieben wurde. So wurde erklärt, dass die Flügel einem Abrieb unterliegen und darin enthaltene Gifte freigesetzt werden. PFAS, Bisphenol A etc. wurden angeführt und sollen den Boden verseuchen. Es wurde sogar von einer kompletten Unbrauchbarmachung am Standort für die Landwirtschaft gesprochen. Das ist aber kompletter Blödsinn.
„Abrieb von Windkraftflügeln ist vor allem ein Problem für die Betreiber, nicht für die Umwelt oder gar die Bevölkerung, da die Mengen gegenüber all den anderen Quellen von Mikroplastik vernachlässigbar gering sind und außerdem nicht giftiger sind. Problematische Stoffe werden beim Betrieb nicht freigesetzt, da sie durch Lacke und Folien geschützt sind und außerdem fest im Plastik gebunden sind.“ Zitat von https://energiewende.eu/windkraft-abrieb/
Viele Dinge unseres täglichen Lebens erzeugen viel mehr Abrieb mit teils genauso bedenklichen Inhaltsstoffen. Z.B. Autoreifen das 100 fache !

Des weiteren wurde erklärt, dass ein Recycling so gut wie unmöglich wäre und es nur ein Downcycling gäbe.. Dies ist jedoch nicht richtig. Das Umwelt Bundesamt gibt in dem Beitrag https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/windenergieanlagen-rueckbau-recycling-repowering einen guten Überblick über den aktuellen Stand.
Dramatisch wurde es, als der totale Blackout angedoht wurde. Es ging um die Netzfrequenz in Deutschland, welche ja bekanntlich 50 Hz beträgt. Da man Strom in Leitungen nicht speichern kann, muss immer soviel erzeugt werden, wie auch verbraucht wird. Aber verständlicherweise gibt es eben um den Sollwert immer Schwankungen, auf die reagiert werden muss.
Früher war das einfacher, da es große Grundlastkraftwerke gab und das Verhalten der Bevölkerung planbar war (Mittagspause, Halbzeitpause Fußball etc.). Heute ist das mit ganz vielen unabhängigen erneuerbaren Energieerzeugern komplizierter geworden. Daher schwankt die Frequenz stärker als früher.

Doch dazu gibt es positive und negative Regelenergien. Gut erklärt wird das auf der Seite der ENBW-Baden-Württemberg https://www.enbw.com/unternehmen/themen/windkraft/warum-windraeder-stillstehen.html
Das an- und abschalten von Erzeugern oder Verbrauchern erfolgt computergesteuert automatisch und ist keineswegs gefährlich. Eine Panikmache ist hier völlig fehl am Platz.
„Die Netzfrequenz zeigt alle 15 Minuten eine deutliche Abweichung. Die lässt sich mit Solar- und Windstrom nicht erklären, denn Windräder und Photovoltaik-Anlagen mögen in ihrer Einspeisung schwanken, aber nicht in einem exakten 15-Minuten-Takt.
Stattdessen stammt dieser Takt von der Strombörse. Dort einigen sich Händler jede Viertelstunde neu über die aktuelle Verteilung und damit über die einzuspeisende Strommenge. „Interessanterweise erscheinen die durch Stromhandel hervorgerufenen Frequenzschwankungen im Netz bedeutender als solche aufgrund der Einspeisung erneuerbarer Energien“, sagte Marc Timme, Professor für Netzwerkdynamik an der Technischen Universität Dresden.“ Zitat Focus: https://www.focus.de/finanzen/boerse/konjunktur/haelfte-der-deutschen-familienunternehmen-beklagen-regelmaessige-stromausfaelle_id_12940082.html
Das soll reichen um die Qualität des 1. Teil des Vortrages zu bewerten. Dann ging es um das geplante Windparkvorhaben. Da wurden aber keine genauen Standortangaben gemacht, sondern nur Übersichtbilder gezeigt. In Landschaftsbilder waren sehr große Windräder nicht maßstabsgetreu reinkopiert. Zumal bei einem Standort von 6 Anlagen gesprochen wurde, gezeigt wurde aber ein Bild mit 11 Windanlagen.

Was fehlte, war eine genaue Angabe der Standorte mit Entfernungen zu den Dörfern oder Häusern. Es ging nicht um eine Schallbelästigung der Anwohner oder optische Beeinträchtigung der unmittelbaren Bewohner. Es ging allgemein gegen Windkraft mit teils unterschwelligen Mitteln – so wurden Standorte von Windkraftanlagen nicht mit dem griechischen Kreuz (4 gleichlange Arme) , sondern dem Passionkreuz dargestellt. Kann man machen…
Fazit: Wir können nicht beurteilen inwieweit Anwohner von diesem Vorhaben betroffen sind. Selbstverständlich steht jedem dazu seine eigene Meinung und rechtliche Möglichkeiten zu. Aber wir wehren uns gegen falsche Informationen um seine Sichtweise durchzusetzen.
Lassen Sie uns offen an neue Technologien herangehen. Die Welt verändert sich und wir müssen das gestalten. Unser Strom muss irgendwo herkommen. Wir müssen ihn klimeneutral erzeugen, nicht als Öl oder Kohle aus der Erde holen. Geben Sie der Windkraft eine Chance.
Ganz direkt vor der Haustür wollen das die wenigsten – lassen Sie uns für Standorte kämpfen, die für alle annehmbar sind.
Auf Ingenieur.de (https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/windraeder-und-ihre-auswirkungen-auf-umwelt-und-gesellschaft/) gibt es eine gute Zusammenfassung der Vor- und Nachteile von Windkraftanlagen.